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TOURISMUS ASSISTENTIN
 



 

Ein Sachse liebt das Reisen sehr.....

.... so heißt es in einem uralten Schlager von Jürgen Hardt. Als Kind schenkte ich diesen Zeilen nicht die geringste Bedeutung; jetzt gibt es keine treffendere Aussage.
Ich war schon immer fasziniert von den exotischen Kulturen ferner Länder und fremden Sprachen, jedoch hätte ich mir damals nicht im Traum erhofft, dass Hobby und Beruf in meinem Leben einmal so dicht beieinander liegen würden.
Mit 13 Jahren wurde ich vor die Entscheidung gestellt, ob ich die Realschule beenden oder ans Gymnasium wechseln wolle, um später studieren zu können. Über meine Ausbildung und Berufswahl hatte ich mir bis dahin keine ernsthaften Gedanken gemacht. Da zu jener Zeit der Übergang ans Gymnasium jedoch eine Art "Modeerscheinung" war, entschied ich mich für die letztere Variante.

Am meisten begeisterten mich die Fremdsprachen & Geografie. Dank des beispiellosen Engagements und Organisationstalents meiner Lehrer hatte ich während meiner Gymnasialzeit die Möglichkeit, an mehreren Austauschprogrammen teilzunehmen. In der 9. Klasse verbrachte ich 4 Wochen an einer High School in den USA und ein Jahr später reiste ich nach Frankreich, wobei ich jedes Mal grenzenlose Begeisterung für Land und Leute entwickelte.
Als es in der 11. Klasse darum ging, sich ernsthaft Gedanken über die zukünftige Laufbahn zu machen, entschied ich mich dafür, nach dem Abitur zunächst ein Jahr als Au-Pair in die USA zu gehen, da mir mein Schüleraustausch unvergesslich geblieben war. Zum einen wollte ich mehr über "Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten" und die Lebensweise des Amerikaners lernen. Zum anderen rebellierte mein Inneres Ich beim Gedanken , direkt im Anschluß an 12 lange Schuljahre weiter 4-5 Jahre zu studieren. Eine genaue Vorstellung, wie meine berufliche Zukunft aussehen sollte, hatte ich zu jenem Zeitpunkt immer noch nicht.

Die Vorbereitungen für meinen Au-Pair Aufenthalt waren schnell getroffen und es gab zahlreiche Institutionen, die mir dabei behilflich waren. Jetzt stellte sich allerdings das Problem, dass ich ein Jahr später bei meiner Rückkehr bereits über einen Studien- bzw. Ausbildungsplatz verfügen sollte, mich aber von Amerika aus nur schwer darum kümmern konnte, da ich meilenweit von zu Hause weg war.
Durch Zufall hörte ich von einer Touristenfachschule, deren Studieninhalte sehr interessant und vielfältig klangen und genau meinen Neigungen entsprachen. Es handelte sich um eine Ausbildung zum "Internationalen Tourismusassistenten" mit Schwerpunkt Fremdsprachen.
Nach einem informativen Gespräch mit der Direktorin reicht ich meine Bewerbung für das darauffolgende Jahr ein und bekam schon nach kurzer Zeit eine positive Antwort.

Nach einem erlebnis- sowie lehrreichen Jahr als Au-Pair begann ich meine Ausbildung zum Internationalen Tourismusassistenten, welche mir unheimlich viel Spaß bereitete und genau meinen Vorstellungen entsprach. Den Abschluß bildete ein 6-monatiges Auslandspraktikum, welches ich in einem Tourismusamt in Frankreich absolvierte.
Überrascht von der Herzlichkeit der Menschen und fasziniert von der Schönheit des Landes, entwickelte sich der Wunsch, längere Zeit in Frankreich zu bleiben und ich begann, die Stellenanzeigen durchzublättern.
Dank der Hilfe und Unterstützung meiner damaligen Kollegen unterzeichnete ich wenig später einen Vertrag als Assistent Direktor auf einem Flusskreuzfahrtschiff. Voraussetzung dafür waren eine Ausbildung im Tourismus sowie Sprachkenntnisse in Englisch, Deutsch & Französisch, was mir nach meinen zahlreichen Auslandsaufenthalten nicht schwer fiel.
Heute bin ich als Cruise Manager im Bereich Gästebetreuung tätig, dass heißt verantwortlich für das Organisieren der Ausflüge und des Bordprogramms. Keine Frage, dass dies eine Art Traumberuf für viele Jugendliche bedeutet, jedoch sollte man dabei nie vergessen, dass man auch hier – wie überall in der Berufswelt – hart im Nehmen sein muß.
Jeder Tag hat 10-15 Arbeitsstunden und hält stets neue Überraschungen bereit – positive wie negative. Das Privatleben ist auf ein Minimum beschränkt und bei einer Saison von 8 Monaten ohne einen freien Tag, ist es schwer Kontakte zu Freunden aufrecht zu halten.

Doch selbst nach drei Jahren macht mir mein Beruf genauso viel Spaß wie am ersten Tag. Sicher keine Tätigkeit fürs Leben, aber eine tolle Erfahrung.

Jemand hat einmal gesagt: "wenn du deine Arbeit liebst, musst du nicht einen Tag deines Lebens arbeiten." Diesen Grundsatz sollte man stets folgen.

Sandra




Kellnerin | Lebensmittel Technologe